Konfrontationen 2019 - Willkommen

 
 

Konfrontationen 2019 – Festival für freie und improvisierte Musik

40. Ausgabe


Die Jazzgalerie Nickelsdorf lädt zur unglaublichen 40. Ausgabe des Festivals Konfrontationen, mit einem Programm, das diesen vier Jahrzehnten in 20 Konzerten und einer Soundart-Austellung eine Reverenz erweist und die Entwicklungen und Ausformungen dieser langen Zeitspanne zu reflektieren versucht, ohne den Fokus auf aktuelle Spielweisen zu vernachlässigen.

Die diesjährige Ausgabe der Konfrontationen präsentiert vom 25. bis 28. Juli an die 60 Musikerinnen und Musiker aus den unterschiedlichsten Welt- und Stilgegenden. Es werden alte Bekannte zu sehen und hören sein, zum Beispiel ein Solo des Saxophonisten Peter Brötzmann, der schon auf dem ersten Festival 1980 zu Gast war, aber auch junge Bekannte, die zum ersten Mal in Nickelsdorf auftreten werden, darunter die österreichische Formation P:Y:G und die deutsch-italienisch-französische Gruppe Die Hochstapler.

Im Programm finden sich so große Namen wie William Parker, New Yorker Bassist und Gründer des Vision Festivals; Irène Schweizer, Doyenne der europäischen Improvisationsmusik und Wegbereiterin feministischer Musizierpraxis; Hamid Drake, in allen Dingen vorbildhafter Schlagzeuger aus Chicago; sowie das Tiger Trio bestehend aus Nicole Mitchell, Myra Melford und Joëlle Léandre, die, gemeinsam mit Schweizer, zu den Vorreiterinnen des freien Spiels in Europa zählt.

Der Anteil an österreichischen Musikerinnen und Musikern in der diesjährigen Ausgabe ist besonders hervozuheben. So spielen die oben erwähnten P:Y:G und Oskar Aichingers EKG Ensemble, das sich mit Texten von Autoren der Wiener Gruppe wie Gerhard Rühm und H. C. Artmann auseinandersetzen wird. Hier schließt sich der Kreis ein weiteres Mal, da beide Dichter bereits auf den ersten Konfrontationen 1980 Lesungen abgehalten haben.

Die Vielfalt des heurigen Programms erweitern Formationen wie die Gruppe um die Malfatt'sche Frage Does Sound Have a Shadow?; das Beirut-Berliner Ensemble AB Sextett um den Trompeter Mazen Kerbaj; die deutsch-schweizer Duos Paul Lovens/Florian Stoffner sowie Ute Wassermann/Joke Lanz; die slowenisch-österreichischen Kooperationen Zsamm (Maja Osojnik / Patrick Wurzwallner) bzw. das Duo Noid/Marina Džukljev. Noid aka Arnold Haberl ist auch der Mastermind der Soundart-Austellung mit dem Titel Something To Play.

Das einzige größere Ensemble dieser Ausgabe, Freedom and Unity, ist als eine Hommage an Clifford Thornton (1936-1983) zu verstehen – einem afro-amerikanischen Musiker, Komponisten und Aktivisten, der sowohl für Hans Falb, dem Veranstalter der Konfrontationen, als auch für Joe McPhee, dem Kopf des Ensembles, eine wichtige Rolle im musikalischen Werdegang gespielt hat.

Aber nicht nur die Konfrontationen feiern heuer ihr 40-jähriges Jubiläum, auch die heftig akklamierte holländische Punkband The Ex, die mit der freien Szene der Niederlande und Europas verschmolz und die ihre Inspiration mittlerweile eher in der Musik des Kongo und Äthiopiens findet, als im grauen Kanalschlamm Amsterdams. Sie werden vereinzelt sowie im Kollektiv auftreten und – gemeinsam mit der Hip-Hop-Noise-Band Anguish – repräsentieren sie die popmusikalischere Seite der freien Musik.

So wie das Musikprogramm des Festivals wirft auch das Buch Cloud Arrangers des slowenischen Fotografen Žiga Koritnig, dem es in seinen Arbeiten gelingt, unvergessliche Momente einzufangen, einen Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte und präsentiert eine Auswahl seiner atmosphärischen Aufnahmen der ProtagonistInnen der Szene. Žiga wird den Fotoband persönlich in Nickelsdorf vorstellen.


Allgemeines: Die Jazzgalerie in Nickelsdorf ist einer der langlebigsten und wichtigsten Orte in der globalen Community der Freien Musik (dazu zählen Jazz, Free Jazz, Improvisation, Experimentalmusik und viele Untergenres mehr).

Seit 1980 veranstaltet die Jazzgalerie alljährlich das Festival Konfrontationen. In den ersten Jahren vor allem mit afro-amerikanischer Free Jazz &ndash wofür das Publikum aus ganz Österreich sowie vorwiegend Westeuropa nach Nickelsdorf reiste. Ende der 80er und zu Beginn der 90er prägten die europäische Szenen mit freier Improvisation, Experimenteller Musik und europäischem Free-Jazz das Festival. Mit dem Ende des "Eisernen Vorhangs" kam nun viel mehr Publikum aus Osteuropa nach Nickelsdorf, das direkt an der ungarischen Grenze liegt. Mitte der 90er boten die Konfrontationen sehr früh eine Bühne für elektronische Musik, die sich bis zu den 2000ern und darüber hinaus in der Freien Musik verankert hat.

Bis heute bietet das Festival jungen wie etablierten Musikerinnen und Musikern eine Bühne und eine gemütliche Atmosphäre um einander kennenzulernen und auszutauschen. So haben auch viele internationale Karrieren und musikalische Verbindungen in Nickelsdorf ihren Anfang genommen. Denn, eines liegt der freien Musik Szene besonders – die Offenheit aufeinander zuzugehen und gemeinsam musikalisch Neues zu entdecken. Festivalabend für Festivalabend folgen 300 bis 400 Festivalgäste diesen sonoren Entdeckungen.


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